Frage:
Wer war Johann(es) Schwebel und was hatte er mit der sw-pfälsichen Stadt Zweibrücken zu tun?
2006-06-29 13:12:35 UTC
Wer war Johann(es) Schwebel und was hatte er mit der sw-pfälsichen Stadt Zweibrücken zu tun?
Zwei antworten:
luucy01
2006-06-29 13:39:38 UTC
SCHWEBEL (Sueblin, Schwebelius, Schweblin), Johannes, Reformator; * ca. 1490 in Pforzheim als Sohn eines aus Bayern stammenden Kürschners, + 1540 in Zweibrücken. - S. besuchte das Gymnasium in Pforzheim, nahm 1508 das Studium in Tübingen auf und wechselte zum Sommer 1509 nach Leipzig. Als er sich 1511 in Heidelberg immatrikulierte, war er Mitglied des Spital-Ordens des Heiligen Geistes geworden. Am 25.5. 1513 erlangte S. das Bakkalaureat in jure. Ein Jahr später erhielt S. die Priesterweihe und wurde in seiner Heimatstadt Priester am Heiligen Geistspital. S. geriet unter den Einfluß von Nikolaus Gerbel, Johannes Reuchlin, Konrad Pellikan und Philipp Melanchthon; durch letzteren lernte S. Luthers reformatorisches Wirken kennen. 1522 trat S. mit seiner Erstlingsschrift »Ermanung zu den Quästionieren, abzustellen überflüssigen kosten« an die Öffentlichkeit und kritisierte nicht das Allmosensammeln an sich, sondern deren Verwendung. Im Sommer 1522 verließ S. Pforzheim, um auf der Ebernburg bei Franz von Sickingen Zuflucht zu finden. Möglicherweise wirkte S. als Nachfolger Martin Bucers in Landstuhl bis er 1523 als »concionator principis« nach Zweibrücken berufen wurde. Seit 1524 gebrauchte S. die deutsche Sprache in der Messe. Im Abendmahlsstreit neigte S. mehr Zwingli zu und nahm 1529 an den Abendmahlsgesprächen in Marburg teil. 1533 erhielt S. vom Pfalzgrafen Ruprecht die Anordnung, eine evangelische Ordnung für die Geistlichen des Herzogtums auszuarbeiten. S. veröffentlichte Ende Januar 1533 seine 12 Artikel unter dem Titel »Form und Maß, wie es von den Predigern des Fürstenthums Zweybruck in nachfolgenden Mängeln gegen den Unterthanen an etlichen Orten solle gehalten werden«. Im Mai 1533 wurde S. zum Pfarrer von Zweibrücken ernannt. Theologisch irenisch eingestellt, unterzeichnete S. die Augsburger Konfession und Apologie.



Werke: Centuria epistolarum theologicarum ad Johannem Schwebelium, Bipontina 1597; Der erste Theil aller Teutschen Bücher und Schrifften deß Gottseligen Lehrers Herrn Johannis Schwebelii, Zweibrücken 1597 und der zweite Teil, Zweibrücken 1598; Operum Theologicorum D. Johannis Schwebelii Theologi Bipontini Pars Prima, Biponti 1598, unv. Abdr. 1606; J. Schneider, Ungedruckte Briefe Johann Schweblins von Pforzheim, in: ZGORh 34 (1882), 223-232.



Bibliographie: Schottenloher II, 19549-19557; V, 49224-49227.



Lit.: Fritz Jung, Johannes Schwebel der Reformator von Zweibrücken, Kaiserslautern 1910; - Johannes Ney, Johannes Schwebel. Der Reformator von Zweibrücken, in: BBKG 16 (1910), 174-180; - H. Stick, Johannes Schwebel, der Reformator Zweibrückens, Zweibrücken 1923; - Erwin Mühlhaupt, Rheinische Kirchengeschichte. Von den Anfängen bis 1945, Köln 1970; - Robert Stupperich, Reformatorenlexikon, Gütersloh 1984, 192 f.; - ADB XXXIII, 318-322; - RE3 XVIII, 10-17; - RGG3 V, 1591
2006-06-29 20:36:34 UTC
Er war Pfarrer in Zweibrücken



weiteres: siehe Quellenangabe


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